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Die Bankenbranche im Überblick
von Stefanie Rosenberger
Das deutsche Bankwesen zählt zu den größten der Welt. Internationale Großbanken aus Deutschland sind unter anderem die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Zahl der Geld- und Kreditinstitute belief sich 2008 laut Bundesbank auf 2.169. Das sind zwar 108 Banken weniger als zum Vorjahr, doch in Zeiten der Krise dreht sich das Übernahmekarussell schneller, um weitere Katastrophen zu verhindern.
Die Krise zeigt uns, dass das Bankensystem ein sehr komplexer und wichtiger Bereich unserer Gesellschaft ist. Ein kleiner Fehler kann die wirtschaftliche Lage der Welt ins Schwanken bringen. Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick darüber, wie die Kreditinstitute in Deutschland unterteilt sind:
1. private Banken (Groß- und Regionalbanken sowie sonstige Kreditbanken)
2. genossenschaftliche oder öffentlich-rechtliche Kreditinstitute
3. Universal- und Spezialbanken
Die privaten Geschäftsbanken
Zu den privatrechtlich organisierten Banken gehören Großbanken, Regionalbanken und sonstige Kreditbanken. Zu den fünf deutschen Großbanken gehören die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Postbank und die HypoVereinsbank. Neben ihrer internationalen Ausrichtung verfügen sie über eine herausragende Stellung im Privatkundengeschäft, im Kreditgeschäft mit Firmenkunden sowie bei der Börseneinführung von Unternehmen. Über ihre Tochtergesellschaften sind sie auch im Versicherungs- und Bauspargeschäft tätig. Großbanken bieten somit bundesweit sämtliche Bankdienstleistungen aus einer Hand und verfügen über ein flächendeckendes Filialnetz.
Zu den Regionalbanken gehören die Banken, die ihre Dienstleistungen früher überwiegend in einer bestimmten Region anboten. Heute trifft dies nur noch zum Teil zu. Die meisten Regionalbanken sind inzwischen bundesweit tätig. Wie die Großbanken betreiben sie das Allfinanzgeschäft mit sämtlichen Serviceleistungen für Kunden.
Zu den sonstigen Kreditinstituten zählen die Privatbankiers und Auslandsbanken ebenso wie die Direkt- und Autobanken. Deren Angebot hat sich in den letzten Jahren beständig erweitert und reicht inzwischen von der klassischen Autofinanzierung bis hin zu Anlage- und Wertpapierprodukten.
Die Präsenz der Auslandsbanken hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, nicht zuletzt da das Bankgeschäft in den letzten Jahren immer internationaler geworden ist. Auslandsbanken betreuen jedoch längst nicht mehr nur die Unternehmen des jeweiligen Heimatlandes, sondern bieten eine breite Palette von Produkten für Privat- und Firmenkunden an.
Privatbankiers sind vor allem an den größeren Bank- und Börsenplätzen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf oder Hamburg vertreten. Ihr Geschäft ist traditionell auf vermögende Privatkundschaft und Firmenkunden ausgerichtet. Ein Filialnetz sucht man in den meisten Fällen vergebens. Wer zum Kundenkreis dieser ältesten Bankhäuser Deutschlands gehört, wird dafür individuell und umfassend betreut. Die bekanntesten heute noch tätigen und im Familienbesitz befindlichen Privatbanken sind zum Beispiel die Fürst Fugger Privatbank, Sal. Oppenheim oder das Bankhaus Metzler.
Die Kreditgenossenschaften
Sie sind auch bekannt unter den Namen Volksbanken, Raiffeisenbanken oder Sparda-Banken. Ihre regionale Geschäftstätigkeit ähnelt den Tätigkeiten der Sparkassen. Die Kreditgenossenschaften bieten ihren Kunden ein dichtes Filialnetz und ein universelles Angebot an Bankleistungen an. Getragen werden die Institute von den mehr als 15 Millionen Mitgliedern – ihren Kunden. Durch den Erwerb eines Genossenschaftsanteils wird der Kunde zum Mitglied und damit zum Eigentümer seiner Bank.
Die öffentlich-rechtlichen Banken
Zur Gruppe der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute zählen Sparkassen, Landesbanken, das Bundesinstitut KfW Bankengruppe, Landesbausparkassen (LBS) und Hypothekenbanken.
Die rund 450 Sparkassen Deutschlands verfügen über ein flächendeckendes Zweigstellennetz und bieten als Universalbanken alle üblichen Bankleistungen für Privat- und Firmenkunden. Das Geschäftsgebiet der einzelnen Sparkasse ist zumeist regional auf das Gebiet einer Kommune oder Stadt beschränkt
Die Landesbanken konzentrieren sich vor allem auf Dienstleistungen für die Groß- und Firmenkunden. Sie sind zudem Partner der im Privatkundengeschäft tätigen Sparkassen.
Die KfW Bankengruppe führt Aufgaben im öffentlichen Auftrag aus, so fördert sie u.a. Mittelstand und Existenzgründer, vergibt Investitions- und Bildungskredite sowie finanziert Infrastrukturvorhaben, Wohnungsbau und Energiespartechniken.
Die Universal- und Spezialbanken
Die Universalbanken zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Vielzahl von Bankgeschäften anbieten. Dazu zählen insbesondere das Einlagen- und Kreditgeschäft und der Handel mit Wertpapieren. Darüber hinaus ermöglichen sie ihren Kunden auch Anlagevarianten wie das Investmentsparen oder das Bausparen. Zu den Universalbanken zählen Großbanken und Regionalbanken genauso wie Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken.
Im Unterschied dazu bieten die Spezialbanken ihren Kunden nur bestimmte Services an. Zu diesem Bankentyp zählen etwa die Pfandbriefbanken, die sich auf die Finanzierung des Wohnungsbaus oder gewerblicher Immobilien spezialisiert haben. Sie finanzieren sich überwiegend durch die Ausgabe von festverzinslichen Pfandbriefen, die durch Grundpfandrechte besonders besichert sind.
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